Konzept

Viele ehemalige Sowjetbürger verknüpfen ganz besondere Erinnerungen an die Lieder auf dieser CD, denn sie sind mit ihnen aufgewachsen: es sind die Lieder aus den Filmen ihrer Jugend, Musik aus dem Radio auf der Fensterbank, Musik, die von gut gehüteten Schallplatten mit unvermeidlichem Knistern erklang. Die Texte kannte man auswendig und jeder sang sie mit, ganz gleich, ob sie banal oder pathetisch, kitschig oder tief traurig waren. Auch Juri Artamonov ist so aufgewachsen und so überrascht es nicht, dass er, obwohl fast alle Lieder lange vor seiner Geburt entstanden sind, ein ganz besonderes Faible für diese Kompositionen entwickelte.

Die Idee, die Lieder seiner Heimat eines Tages in swingenden Versionen zu präsentieren bestand also schon länger, als er 2005 den Osnabrücker Bassisten Martin Gehrmann kennenlernte, der mit ihm die Leidenschaft für eine Swingstilistik in der Tradition eines Oscar Peterson teilte.

Aufnahmesession zu Moskauer Fenster

Martin Gehrmann unterstützte sofort begeistert das Konzept, sowjetische Filmmusik in einem swingendem Gewande neu zu interpretieren. 2007 wurde dann mit Jochen Metze aus Münster der ideale Schlagzeuger für das Trio gefunden, welches das Album "Moskauer Fenster" einspielen sollte. Am 16. Februar 2008 traf man sich zur Aufnahmesession. 16 Kompositionen, die meisten aus sowjetischer Zeit, waren von Juri Artamonov ausgewählt worden. Herausgekommen sind swingende, manchmal zarte, oft perlende und stets geschmackvolle Versionen von berühmten Klassikern der russischen Jazz-Musik.